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Geflochtene oder gedrehte Kordel für Makramee: Unterschiede, Tipps und Tutorial

Wer mit Makramee, Häkeln oder textilen Deko-Projekten beginnt, steht vor der ersten Spule meist vor derselben Grundsatzentscheidung: geflochtene Kordel oder gedrehtes Garn? Auf den ersten Blick wirken beide Varianten im gleichen Durchmesser – beispielsweise 5 mm – sehr ähnlich. Doch sobald die ersten Knoten am Holzstab sitzen oder die Enden zu einem feinen Saum ausgearbeitet werden sollen, zeigen sich gravierende Unterschiede in Haptik, Formstabilität und Verarbeitbarkeit. Passendes Material für jede Idee finden Sie in der Shop-Kategorie Makramee-Garn. Dieser Ratgeber erklärt den konstruktiven Unterschied beider Schnurarten, zeigt praxisnah anhand eines Tutorials die Handhabung und hilft Ihnen bei der perfekten Auswahl für Ihr Projekt.

Kurzantwort: Geflochtene Kordel oder gedrehtes Garn für Ihr Projekt?

  • Gedrehtes Makramee-Garn: Besteht aus spiralförmig verdrehten Baumwollfasern. Es ist besonders weich, flexibel und lässt sich an den Enden mühelos zu dichten, fedrigen Fransen, Quasten oder Makramee-Blättern auskämmen. Perfekt für Wandbehänge, Blumenampeln und Boho-Deko.
  • Geflochtene Baumwollkordel (mit Kern): Besitzt einen rundgestrickten bzw. geflochtenen Außenmantel und einen stabilisierenden Innenkern (beim empfohlenen Modell aus reiner Baumwolle). Sie behält ihre zylindrische Form, dreht sich beim Knüpfen nicht auf und bildet ein sehr gleichmäßiges, plastisches Knotenbild. Ideal für Teppiche, Taschen, Körbe und Makramee.
  • Tutorial und Praxiseinsatz: Für Anfänger ist die geflochtene Kordel fehlertoleranter, da Knoten mehrfach geöffnet werden können, ohne dass die Schnur aufspleißt. Für weiche Zierabschlüsse und Fransen führt dagegen kein Weg am gedrehten Garn vorbei.

1. Konstruktion im Detail: Wie sind gedrehte und geflochtene Schnüre aufgebaut?

Um die richtige Schnur für ein bestimmtes Werkstück auszuwählen, lohnt sich ein Blick auf den Querschnitt des Materials. Die Unterschiede im textilen Aufbau bestimmen direkt, wie sich der Faden unter Zug, beim Knoten und beim Ausarbeiten verhält.

Gedrehtes Makramee-Garn: Bei dieser Konstruktion werden feine Baumwollfäden in einer Richtung verdrillt (gedreht). Es gibt weder einen separaten Mantel noch einen Füllkern. Das Garn ist dadurch außergewöhnlich weich und biegsam. Da die Fasern nur durch die Drallspannung zusammengehalten werden, lässt sich die Drehung an abgeschnittenen Enden mit den Fingern aufdrehen und mit einem feinen Holzkamm zu einem samtigen, federleichten Flor auskämmen. Wird das Garn jedoch während des Arbeitens zu oft verdreht oder zurückgeknotet, kann es sich bereits vorzeitig aufzwirnen.

Geflochtene Baumwollkordel (mit Kern): Hierbei handelt es sich um eine mehrteilige Konstruktion. Ein äußerer Schlauch aus feinen Fäden wird auf Flechtmaschinen geflochten oder gewirkt. Im Inneren dieses Schlauchs liegt ein robuster Kern, der beim empfohlenen Kordelino-Modell aus reiner Baumwolle besteht (es gibt am Markt auch Varianten mit Polyesterkern). Der Baumwollkern verleiht der Schnur eine feste, zylindrische Kontur und verhindert ein übermäßiges Flachdrücken unter Zug. Die Schnittkanten fransen nicht selbstständig aus und lassen sich auch nicht zu einem dichten Flor kämmen. Dafür bleibt die Kordel dauerhaft formstabil und verzeiht auch mehrfaches Lösen von Knoten problemlos.

2. Elastizität, Knotenbild und Auskämmbarkeit im direkten Vergleich

Je nach geplanter Anwendung – ob flach hängender Wandbehang, voluminöses Bodenkissen, tragfähige Netztasche oder gehäkelter Aufbewahrungskorb – verlangen DIY-Projekte völlig unterschiedliche Eigenschaften.

Beim Knotenbild erzeugt die geflochtene Kordel ein sehr scharf gezeichnetes, reliefartiges Muster. Rippenknoten und Kreuzknoten treten plastisch hervor und behalten exakt ihre Form, selbst wenn die Kordel mit starker Handkraft festgezogen wird. Gedrehtes Garn hingegen legt sich flacher und anschmiegsamer aneinander. Die Knoten wirken weicher, organischer und schmiegen sich sanfter ineinander.

Ein entscheidender Unterschied liegt in der Auskämmbarkeit: Möchten Sie Makramee-Federn, Blätter, Fransenkanten oder Bommeln gestalten, ist gedrehtes Garn alternativlos. Geflochtene Kordeln mit Kern können an den Enden lediglich leicht entwirrt werden, wobei der innere Kern sichtbar wird – ein feiner, dichter Bürsteneffekt ist konstruktionsbedingt nicht möglich. Umgekehrt eignet sich die geflochtene Kordel perfekt zum Häkeln und Stricken von Körben, Teppichen und Taschen, da die Häkelnadel nicht versehentlich einzelne lose Fäden spaltet.

Kriterium / Eigenschaft Gedrehtes Makramee-Garn 5 mm Baumwollkordel 5 mm mit Kern
Konstruktion Single Twist (in sich verdrehte Einzelfasern) Geflochtener Außenmantel mit Innenkern
Fransenbildung / Auskämmen Hervorragend, ergibt dichten, samtigen Flor Nicht auskämmbar (Schnittkante bleibt kompakt)
Knotenbild Weich, organisch, schmiegt sich eng an Scharf konturiert, hochplastisch und formstabil
Handhabung für Einsteiger Erfordert etwas Feingefühl gegen Aufdrehen Sehr einfach, unempfindlich beim Lösen von Knoten
Häkel- und Stricktauglichkeit Bedingt (Nadel kann leicht Fäden spalten) Ideal für Strick- und Häkelnadeln 8–10 mm
Typische Projekte Wandbehänge, Federn, Blumenampeln, Lampenschirme Teppiche, Taschen, feste Körbe, Makramee-Objekte

3. Schritt-für-Schritt-Tutorial: Grundknoten und Fransen richtig anlegen

Um die unterschiedlichen Eigenschaften in der praktischen Umsetzung zu erleben, zeigt diese kompakte Anleitung die grundlegende Knotentechnik und das Ausarbeiten eines sauberen Fransensaums.

Schritt 1: Anschlagen der Stränge (Ankerknoten / Lerchenkopfknoten)
Schneiden Sie für ein Probestück vier Schnüre mit je ca. 1,5 bis 2 Metern Länge zu. Falten Sie jede Schnur in der Mitte, sodass eine Schlaufe entsteht. Führen Sie die Schlaufe von hinten über Ihren Trägerstab, ziehen Sie die beiden losen Enden von vorne durch die Schlaufe nach unten und ziehen Sie den Knoten gleichmäßig fest. Wiederholen Sie dies mit allen Strängen nebeneinander.

Schritt 2: Das Knüpfen von Kreuzknoten
Teilen Sie vier nebeneinanderliegende Stränge auf: Die beiden mittleren dienen als passive Trägerfäden (Füllfäden), die beiden äußeren als aktive Arbeitsfäden.
Führen Sie den linken Faden über die beiden mittleren Fäden nach rechts und unter den rechten Faden.
Führen Sie den rechten Faden nach hinten unter den mittleren Fäden durch und ziehen Sie ihn durch die links entstandene Schlaufe nach vorne heraus. Ziehen Sie den Halbknoten fest.
Wiederholen Sie den Vorgang spiegelverkehrt: Rechten Faden über die Mitte nach links, linken Faden unter der Mitte durch die rechte Schlaufe. Ein vollständiger, flacher Kreuzknoten ist fertig.

Schritt 3: Fransen schneiden und auskämmen (nur bei gedrehtem Garn)
Legen Sie Ihr fertiges Werkstück flach auf eine Schneidematte. Schneiden Sie die überstehenden Fadenenden mit einer scharfen Schneiderschere in die gewünschte Kontur (z. B. eine V-Form oder eine gerade Kante). Drehen Sie die Enden der Stränge mit den Fingerspitzen auf. Nehmen Sie einen fein gezahnten Kamm oder eine Tierhaarbürste und kämmen Sie die Fasern von den Spitzen ausgehend schrittweise nach oben aus. Nach dem ersten Bürsten schneiden Sie nochmals sanft über die Kontur, um einzelne herausstehende Härchen zu begradigen.

4. Produktempfehlungen von Kordelino für Ihr Vorhaben

Im Onlineshop unseres Fachgeschäfts finden Sie beide Konstruktionsarten aus 100 % recycelter Baumwolle, perfekt abgestimmt auf Ihr geplantes Vorhaben.

Wenn Ihr Herz für detailreiche Wanddekorationen, weiche Traumfänger oder fransige Boho-Ornamente schlägt, ist das Makramee-Garn – gedrehtes Garn 5 mm/100m die erstklassige Wahl. Mit seiner Lauflänge von 100 Metern auf der Spule bietet es ausreichend Material für üppige Wandbehänge, Vorhänge, Blumenampeln und dekorative Lampenschirme. Die sorgfältig verdrillten Baumwollfasern lassen sich butterweich kämmen und erzeugen ein volles, lebendiges Fransenbild.

Möchten Sie hingegen langlebige Alltagsobjekte fertigen, die Formstabilität und Belastbarkeit verlangen, greifen Sie zur Baumwollkordel 5mm – Baumwollkern -100 m. Sie besitzt einen inneren Kern aus Baumwolle mit 5 mm Durchmesser, läuft ebenfalls mit 100 Metern ab und empfiehlt sich ausdrücklich für Teppiche, Taschen, Aufbewahrungskörbe sowie formstabile Makramee-Muster. Wenn Sie diese Kordel häkeln oder stricken möchten, liegt die empfohlene Nadelstärke bei 8 bis 10 mm.

5. Wichtige Praxistipps: Schnittzugabe, Nadelstärken und Farbchargen

Damit das Selbermachen vom ersten bis zum letzten Meter Freude bereitet, beachten Sie diese drei Handwerksregeln:

  1. Farbgleichmäßigkeit und Chargen beachten: Naturfasern wie Baumwolle unterliegen natürlichen Farbschwankungen im Färbeprozess. Kordelino weist ausdrücklich darauf hin, dass Garne aus verschiedenen Produktionschargen leichte Farbtonunterschiede aufweisen können. Bestellen Sie für ein größeres Projekt immer ausreichend Material aus einer Charge auf Vorrat.
  2. Ausreichende Schnittzugabe einplanen: Durch das wiederholte Knüpfen von Kreuz- oder Wellenknoten verkürzt sich die Arbeitslänge der Fäden erheblich. Rechnen Sie bei dichten Mustern mit dem 4- bis 6-fachen der gewünschten Fertiglänge des Werkstücks plus mindestens 15 bis 20 cm Reserve für den unteren Abschluss.
  3. Passendes Werkzeug bereithalten: Für geflochtene Kordeln eignet sich eine schwere Stoffschere für saubere Schnittkanten. Für gedrehte Garne ist ein robuster Makramee-Kamm unverzichtbar. Möchten Sie den Fransensaum fixieren, kann etwas Textilspray oder Sprühstärke auf die Rückseite aufgetragen werden.

6. Fazit: Welche Kordel passt zu Ihrem Werkstück?

Weder geflochtene noch gedrehte Kordeln sind per se „besser“ – die richtige Entscheidung hängt ganz vom gewünschten Endergebnis ab. Suchen Sie nach dem unverwechselbaren Boho-Look mit bauschigen Fransen, samtigen Blättern und weichen Übergängen, ist das gedrehte Makramee-Garn Ihr Favorit. Benötigen Sie hingegen maximale Stabilität, klare Geometrie und strapazierfähige Eigenschaften für Taschen, Körbe oder Teppiche, liefert die geflochtene Kordel mit Innenkern das zuverlässigste Ergebnis.

Lassen Sie sich von der großen Farbauswahl und den vielfältigen Kordelstärken inspirieren und entdecken Sie das Sortiment direkt im Kordelino Onlineshop.

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